Neben den Einträgen über anstehende Arbeiten, das Wetter und den Tagesablauf schreibt Werner Schmutz regelmässig sog. „Meditationen“ in seine Tagebücher. Dies sind entweder kurze Verse, Weisheiten, Sprüche oder gar seitenweise Abhandlungen zu Themen wie Gott und Religion, Politik, Lebensweisheiten oder ähnliches.

 

Besonders an Jahresfesten wie Ostern oder Weihnachten sind diese „Meditationen“ ausführlicher.

Aber auch in Briefen oder Neujahrskarten formuliert Schmutz Sprüche, welche von Lebenserfahrung und Lebensregeln zeugen.

Meditationen:

2. November 1961:
„In der Zone des Todes, in Nacht und Graus und Qual hält sich letzte, seltsamste Wahrheit, Schönheit, hält sich tiefstempfundene Kunst.“
 
13. November 1961:
„Es gibt ein Ziel, das ist die Seeligkeit in den Harmonien. Dies bedeutet uns ein Bleibendes.“
 
31. Dezember 1965
„Allen Künstlern und im Besonderen der bildenden Künstlern, haben sich teuflische Hindernisse und Barrikaden in die Wege gelegt. Diese sind: Die Mode und Zeitströmungen, die Gesellschaften, welche Ausstellungen organisieren mit Bevorzugung von Mode-Tendenzen. Die an eben diesem gleichen Stricke ziehenden Kunsthistoriker, Kunsthändler und Kritiker, d.h. Kunst-Journalisten. Die Künstler können nicht frei aus sich gestalten, wie es notwendig wäre, sie werden leicht beeinflusst und mitgerissen.“
 
22. Juni 1966:
„Tradition und gute Gewohnheiten werden mit der Zeit leer, das Gute und Göttliche muss in Fortentwicklung immer neu gesucht und geschaffen werden.“
 
12. Oktober 1984
„Jedesmal betrachte ich es als ein sehr grosses Wunder, nach einer Reise, wie der eben bewältigten, heil und froh zurückkehren zu dürfen. Ich weiss aber, wem ich dies zu verdanken habe. Es ist die hehre Macht der wahrhaftigen Liebe , die ich Christus nenne, ich ahne, der ich mich ganz weihen möchte.“

Sprüche:

„Die Zeit verrinnet schnelle
und kehret nicht zurück,
Drum greif zu auf der Stelle,
Im „Heute“ liegt das Glück!